Vive la 日本


Wir radeln durch Kyoto und kommen an dieser Frau vorbei:
okuniokuni_k
So richtig aufgefallen ist sie uns erst beim Durchgehen der Fotos.
Sie passt gut zum heutigen Japan: Tradition mit viel Selbstbewusstsein und Bewegung. Nur war das alles schon – um 1600 herum.
Da war Okuni ’ne Berühmtheit; hat den ‚Kabuki‘ erfunden bzw. groß gemacht.
Kabuki, Kabuki … da war doch was … war das nicht dieser kulturell wertvolle, schnarchlangweilige Ausdruckstanz mit weißem Gesicht? Oder so. Wie toll auch immer Kabuki heutzutage im Spartenprogramm ankommt, vor 400 Jahren scheint das gaaanz anders gelaufen zu sein:
Um Okuni sammeln sich weibliche Außenseiter und Unangepasste. Aus diesen Frauen formt sie ihre Tanz- und Schauspieltruppe. Die Aufführungen: bunt, schön, erotisch, humorig, später auch dramatisch. Die Massen strömen, Kabuki ist das Ding. Es gibt viele Nachahmer, ganz Japan wird erfasst. Freudenhäuser greifen Kabuki auf, um ihre anspruchsvolleren Kunden zu unterhalten.
Klingt nach einer wilden Zeit.

Nach 25 Jahren sind die Spielverderber am Zug: Frauen werden beim Kabuki verboten. Den einspringenden jungen Männern wird es auch gleich wieder verboten, wegen der gleichen ‚Förderung der Prostitution und Untergrabung der Moral‘. Kabuki wird nur noch älteren Männern erlaubt und entwickelt sich zu einer „anspruchsvollen, hochstilisierten Form“. <Gähn> Ist in offiziellen Theatern auch heute durchaus noch üblich. Wovon ich auch keine Ahnung habe.
Okuni jedenfalls mag ich 🙂

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