Anders


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Japan, Tokio – gleichzeitig anders und vertraut.
Irgendwie ist’s wie zuhause früher im Schwimmbad: Am Beckenrand wird nicht gerannt! Der für uns erlebbare Alltag glänzte vor allem durch Abwesenheit von Hektik und einem Drang zur Durchorganisiertheit und Zuverlässigkeit.
Je voller die Bahn, desto stiller. Je verwirrender das Bahnhofsgebäude, desto bessere Hinweise oder mehr Personal.
Selbst in den Seiteneingängen zur Hölle, z.B. dem Modekaufhaus Shibuya 109: voll, voll, voll mit hochhackig staksenden, schnatternden 19-jährigen, alle 10 m dröhnt ein anderer Song zusätzlich zum Kaufhausgedudel und jedes Modelabel packt noch einen Marktschreier drauf – keine Hektik. Okay, die haben wir dann ganz kurz verbreitet, als ich wimmernd in Fötushaltung von Jana ins rettende Freie evakuiert wurde.
Die Menschenmassen an sich stellen für einen normal groß gewachsenen Mitteleuropäer kein Problem dar: man hat immer Sicht oberhalb der Menge. Damit kein falsches Bild aufkommt: Es gibt große Japaner und viele hochhackige Schuhe, man rennt nicht als Gulliver durch die Gegend; aber die Masse ist halt kleiner.
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Das Leben des männlichen Japaners scheint sich tatsächlich um die Arbeit zu drehen: Von früh bis spät rennen 80% im Anzug ‚rum. Und Feierabend ist gegebenenfalls erst, wenn der häufig zu beobachtende Feierabendumtrunk beendet ist.
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An einem Freitagabend, 23:30 Uhr – kurz bevor die letzten Bahnen fahren, ist dann auch der Bahnhof mal voll mit hunderten Anzugträgern. Aufgekratzt, singend, schwankende Kollegen festhaltend. Und einer macht dann auch mal Mist:
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Die Hände hält er brav selbst auf dem Rücken zusammen. Und natürlich dreht er nochmal kurz um, um ordnungsgemäß seine Bahnkarte durchzuziehen.

Frauen: 90% süß bis todschick gemacht. Hübsche Frauen und Mädchen soweit das Auge reicht. ’n bisschen zierlich größtenteils. 50% mit hochhackigen Schuhen, die Hälfte davon jedoch mit besorgniserregendem Gang, manchmal auch mit zu großen Schuhen unterwegs. Ab und zu auch mal ein, zwei Frauen im Kimono.
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Das Schönheitsideal der weiblichen Jugend scheint in diese Richtung zu gehen:
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Das sind gut besuchte Etagen voller Fotoboxen, die die gemachten Schnappschüsse automatisch aufhübschen bzw. Gelegenheit zur manuellen Nachbearbeitung geben. Gemeinsamer Nenner: größere Augen.

Apropos Augen. Der Japaner an sich guckt einem nicht direkt ins Gesicht, heißt es. Wegen unhöflich oder so. Nun glotzen und stieren wir zuhause ja auch nicht jeden an, aber Augenkontakt vermeiden, ist doch was anderes. Schien für Tokio auf der Straße und in der Bahn eher zuzutreffen. Osaka fühlte sich da deutlich offener, lebendiger an.

Kinder hört man selten in der Öffentlichkeit quengeln. Wenn sie nicht mehr vor dem Bauch getragen werden, laufen sie in Schuluniformen herum; an allen möglichen Wochentagen und Uhrzeiten. Ohne Schuluniform tapsen männliche Jugendliche entweder cool lässig oder meist nerdig nichtssagend durch die Gegend und weibliche cool oder vorzugsweise hochhackig schick.
Manchmal dürfen Kinder auch so herumlaufen:
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Das ist dann, wie schon mal erwähnt, kawaii – des Japaners Lieblingsregung.
Macht er auch oft mit Hunden:
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Das Hauptreiseziel des Japaners ist übrigens, nein nicht Rothenburg ob der Tauber oder Schloss Neuschwanstein, nein, es ist Hawaii.
Diese Woche ist ‚Golden Week‘ – wegen 2 oder 3 Feiertagen machen möglichst viele die ganze Woche Urlaub. Vorzugsweise auf, eben, Hawaii. Für die, die nicht wegkönnen, kommen die von Japanern überschwemmten Hawaiianer halt in die Höhle des Löwen und treten beim Hawaiianischen Volksfest auf.
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Wo treibt der Japaner sich noch ‚rum?
Richtig, in Spielhöllen. Davon scheint’s exakt so viele zu geben wie die flächendeckenden 24h-Supermärkte.
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Und irgendwann wird’s dann auch mal duster.
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